Nachbar bei Google oben? 7 Stellen analysiert - SALES.sites

Sichtbar werden bei Google

Mein Nachbar-Betrieb steht bei Google oben - wie macht der das?

Von Thomas Bach ·9-11 Minuten Lesezeit
Straßenkarte mit farbigen Pins - lokale Wettbewerber bei Google

Du googelst „Dachdecker Krefeld" und findest auf Platz eins einen Betrieb zwei Straßen weiter. Du bist seit zwölf Jahren am Markt, er erst seit drei. Wie kann das sein? Und vor allem: was macht der anders? Die gute Nachricht: meistens sind die Unterschiede sieben sichtbare Stellen, die Du bei seinem Auftritt nachschauen und für Dich übernehmen kannst.

Wie Du Deinen Wettbewerber analysierst, ohne abzukupfern

Wettbewerbsanalyse ist Standard im Marketing, kein Diebstahl. Niemand verbietet Dir, eine Website oder ein Google-Profil anzuschauen und Schlüsse für den eigenen Betrieb zu ziehen. Verboten ist, Texte oder Bilder eins zu eins zu übernehmen. Erlaubt ist alles, was Struktur, Kategorien, lokale Begriffe oder Bewertungs-Strategie betrifft. Geh die sieben Stellen am Wettbewerber durch und notiere: was hat er, was fehlt Dir?

Die sieben Stellen, an denen sich der Unterschied zeigt

Diese sieben Punkte machen in der lokalen Suche praktisch immer den Unterschied. Wer alle sieben sauber bespielt, gewinnt gegen Wettbewerber, die nur drei oder vier abdecken.

Stelle 1: Das Google-Unternehmensprofil ist vollständig

Was Du beim Wettbewerber siehst: Profilbild, ausgefüllte Beschreibung, alle Öffnungszeiten, mehrere Kategorien, fünf bis fünfzehn echte Fotos vom Team, der Werkstatt, fertigen Arbeiten. Telefonnummer, Adresse, Website-Link, eventuell Termin-Buchungslink.

Was Du heute kopierst: Geh in Dein eigenes Profil und prüfe, ob jeder Eintrag steht. Vor allem die Kategorien-Wahl ist ein häufiger Hebel. Viele Betriebe nutzen nur die Hauptkategorie, der Wettbewerber hat oft drei bis fünf. Lade fünf bis zehn echte Fotos hoch. Smartphone-Foto mit ordentlichem Licht reicht.

Stelle 2: Mehr und bessere Kundenbewertungen

Was Du beim Wettbewerber siehst: Vierzig, fünfzig oder mehr Bewertungen mit Schnitt 4,5 oder höher. Die jüngste Bewertung ist nicht älter als drei Monate. Auf jede Bewertung gibt es eine Antwort vom Inhaber, auch auf die mit vier Sternen.

Was Du heute kopierst: Aktive Pflege ist der Schlüssel, kein Zufall. Schreib zufriedenen Kunden eine kurze Mail mit dem direkten Bewertungslink (im Google-Profil unter „Bewertungen anfordern"). Ziel: ein bis zwei neue Bewertungen pro Monat über sechs Monate. Niemals gekauft. Google erkennt das zuverlässig und straft ab. Antworte auf jede Bewertung, auch die kritischen.

Stelle 3: Aktuellere Inhalte auf der Website

Was Du beim Wettbewerber siehst: Auf der Startseite stehen aktuelle Hinweise (Sommerangebot, neue Mitarbeiter, neue Leistung). Im Blog erscheint alle drei bis vier Monate ein Beitrag. Die Hauptseiten sind nicht älter als sechs Monate.

Was Du heute kopierst: Du brauchst keinen Blog mit dreißig Beiträgen pro Jahr. Vier sind besser als dreißig ungelesene oder null. Aktualisiere die Datumsangabe und ein bis zwei Sätze auf der Startseite alle paar Monate. Google merkt, dass die Seite gepflegt wird.

Stelle 4: Stadtteile und Nachbarorte stehen im Text

Was Du beim Wettbewerber siehst: Auf der Leistungsseite oder im Footer stehen fünf bis sieben Stadtteile oder Nachbarorte. Nicht erfunden, sondern echte Einsatzgebiete: „Wir arbeiten regelmäßig in Uerdingen, Bockum, Linn, Hüls und Forstwald."

Was Du heute kopierst: Setz Dich eine halbe Stunde hin und schreib auf, in welche fünf bis sieben Orte oder Stadtteile Du regelmäßig fährst. Bau die Ortsnamen in einen kurzen Absatz auf der Leistungsseite ein. Wichtig: nur echte Einsatzgebiete. Google erkennt Erfindungen, und Kunden glauben Dir nicht, wenn Du in zwanzig Orten Spezialist sein willst.

Stelle 5: Die Website funktioniert sauber auf dem Handy

Was Du beim Wettbewerber siehst: Du öffnest die Seite auf dem Smartphone. Die Texte sind lesbar ohne Zoomen, Buttons sind groß genug zum Tippen, die Telefonnummer ist klickbar.

Was Du heute kopierst: Geh auf search.google.com/test/mobile-friendly und gib Deine Domain ein. Der Test sagt Dir in zehn Sekunden, ob Deine Seite mobil funktioniert. Wenn nein, ist das die wichtigste Baustelle. Über 70 Prozent der lokalen Suchen passieren auf dem Handy.

Stelle 6: Die Website lädt schnell

Was Du beim Wettbewerber siehst: Du klickst auf seinen Eintrag, die Seite ist in einer Sekunde da. Bei Dir dauert es vier Sekunden. Eine Ewigkeit in der Google-Bewertungslogik.

Was Du heute kopierst: Lade Deine Hauptseite auf pagespeed.web.dev. Score über 70 ist gut, 50 bis 70 verbesserungswürdig, unter 50 kritisch. Die häufigsten Bremsen: zu große Bilder (komprimieren über tinypng.com), zu viele Plugins in WordPress (ausmisten), langsames Hosting (wechseln, wenn das Problem nach allen anderen Maßnahmen bleibt).

Stelle 7: Es passiert regelmäßig etwas

Was Du beim Wettbewerber siehst: Im Google-Profil werden monatlich neue Fotos hochgeladen oder Beiträge gepostet. Auf der Website erscheint quartalsweise ein Update. Nichts riesiges, aber konstant.

Was Du heute kopierst: Setz Dir einen festen Termin im Kalender, einmal pro Monat zwanzig Minuten für das Google-Profil, einmal pro Quartal eine Stunde für die Website. Mehr braucht es nicht. Konstanz schlägt Größe.

Grafik zum Thema lokale Google-Sichtbarkeit gegenüber Wettbewerbern

Was Du jetzt tun kannst

Fünf Schritte, sortiert nach Zeitaufwand. Nicht alle auf einmal.

  • 45 Minuten: Wähl drei direkte Wettbewerber aus Deiner Stadt aus. Geh ihre Google-Unternehmensprofile durch und schreib auf, was sie haben (Fotos, Beschreibung, Kategorien, Bewertungen, Antworten). Eine einfache Liste im Word-Dokument reicht.
  • 30 Minuten: Geh in Dein eigenes Profil und fülle die fünf Lücken auf, die der Vergleich am deutlichsten zeigt. Üblicherweise: Fotos hochladen, Beschreibung schärfen, Kategorien ergänzen.
  • 20 Minuten: Schreib eine kurze Mail an drei zufriedene Kunden mit dem direkten Bewertungslink Deines Profils. Erkläre, dass die Bewertung Dir hilft, in der lokalen Suche besser gefunden zu werden.
  • 15 Minuten: Notiere fünf bis sieben echte Einsatzgebiete (Stadtteile oder Nachbarorte) und bau sie in einen Absatz auf Deiner Leistungsseite ein. Was hinter dem Prinzip steckt, erklärt unser Glossar-Eintrag zu Local SEO.
  • 10 Minuten: Mach den Mobile-Friendly-Test und PageSpeed-Test Deiner Domain. Notiere die Punktzahl. Liegt der PageSpeed-Score unter 50, ist das Deine wichtigste Baustelle, bevor Du an Inhalten arbeitest.

Auf den Punkt gebracht

Wenn der Nachbar-Betrieb bei Google oben steht, hat das selten mit Glück oder höherem Budget zu tun. Meistens erfüllt er konsequent fünf bis sieben sichtbare Punkte, die Du bei ihm direkt nachschauen kannst: vollständiges Google-Profil, mehr Bewertungen, aktuellere Inhalte, Stadtteil-Ansprache, mobile Bedienbarkeit, schnelle Ladezeit, regelmäßige Aktivität. Vier der sieben Punkte kannst Du an einem Vormittag bearbeiten, der Rest baut sich über die nächsten Monate auf.

Häufige Fragen

Bei kleinem Vorsprung des Wettbewerbers drei bis sechs Monate konsequenter Arbeit, bei großem Vorsprung sechs bis zwölf Monate. Wettbewerber, die seit Jahren konsequent arbeiten und große Bewertungs-Vorsprünge haben, sind selten in einem Quartal eingeholt. Realistisch ist: in sechs Monaten gleichauf, in zwölf Monaten vorbei.

Ja, ohne Einschränkung. Struktur, Kategorien, Stadtteile und Bewertungs-Pflege dürfen analysiert und übernommen werden. Texte eins zu eins zu kopieren ist urheberrechtlich verboten und führt zusätzlich zu einer Google-Abstrafung wegen Duplicate Content. Inspiration ist erlaubt, Kopie ist tabu.

Budget-Vorsprung ist real, aber kein Schicksal. Die meisten der sieben Punkte oben kosten kein Budget, sondern Disziplin. Bewertungen einholen, Stadtteile ergänzen, Fotos hochladen, einmal pro Monat ans Profil zu denken: das macht keine Agentur besser als Du selbst. Ab dem Punkt, an dem es um Strategie und kontinuierliche Inhalts-Produktion geht, wird Budget zum Faktor, aber selten vorher.

Inspiration ja, Kopie nein. Wenn der Wettbewerber „Dachsanierung Krefeld" prominent platziert und das ein Begriff ist, den auch Du anbietest, gehört er auch in Deinen Text. Aber jede Branche hat unterschiedliche Schwerpunkte: ein klassischer Dachdecker bedient andere Begriffe als ein Spezialist für Flachdach-Sanierung. Du brauchst Dein eigenes Begriffs-Set, abgeleitet aus Deinen Leistungen.

Wenn Du die sieben Stellen analysiert hast und einen externen Blick willst, ruf an oder schreib uns. Wir analysieren Wettbewerb für Betriebe unter anderem in Kamp-Lintfort, Moers, Krefeld, Duisburg, Düsseldorf und Mönchengladbach. Wie wir SEO und lokale Sichtbarkeit aufbauen, klären wir im Erstgespräch. Für eine erste Einschätzung reichen 30 Minuten.