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Was kostet SEO für kleine Unternehmen wirklich?

Von Thomas Bach ·8-10 Minuten Lesezeit
Analyse von Geschäftskennzahlen mit Stift und Taschenrechner - SEO-Kosten für kleine Unternehmen

Freitag, 16:30 Uhr, das Telefon klingelt. Eine SEO-Agentur, dreijähriger Vertrag, 1.200 Euro im Monat, Top-Rankings garantiert. Klingt vertraut? Der letzte Anruf vor zwei Jahren ging genauso, damals 1.800 Euro im Monat, nach acht Monaten war nichts angekommen. Trotzdem brauchst Du SEO. Die Frage ist: was kostet das ehrlich?

Was SEO realistisch kostet

Der SEO-Markt ist nicht reguliert. Preise reichen von 99 Euro pro Monat bis weit über 5.000 Euro, ohne dass Du auf einen Blick siehst, was dahintersteckt. Drei Preisklassen geben Dir Orientierung.

Unter 250 Euro pro Monat: meist zu billig

Hier arbeiten automatisierte Tools, Massen-Backlinks oder Standard-Pakete. Die Mathematik dahinter ist simpel. Bei 80 bis 100 Euro Stundensatz reicht ein 99-Euro-Paket für eine Stunde Arbeit im Monat. Das genügt nicht für Recherche, Umsetzung und Reporting zusammen. Im schlechtesten Fall bekommst Du Backlinks aus Linknetzwerken, die Google längst erkennt und Deiner Seite eher schaden.

500 bis 1.500 Euro pro Monat: realistisch für KMU

Das ist die Spielwiese für mittelständische Betriebe. Bei 1.000 Euro pro Monat stecken acht bis zwölf Stunden Arbeit dahinter. Content, Technik, monatliches Reporting mit echter Interpretation, gezielte Verlinkungen.

Der Audit ist ein eigener Posten. Eine einmalige Bestandsaufnahme mit Roadmap kostet zwischen 800 und 3.000 Euro. Für viele kleine Unternehmen ist genau das der bessere Einstieg, statt sofort in laufende Betreuung zu gehen.

Ab 3.000 Euro pro Monat: Spezialbedarf

Diese Klasse passt für E-Commerce mit internationaler Ausrichtung, hart umkämpfte Branchen wie Versicherung oder Recht, oder Firmen mit eigenem SEO-Team auf Auftraggeber-Seite. Die Schreinerei in Moers oder die Kanzlei in Krefeld landet hier selten. Wer es braucht, weiß es vorher.

PreisklasseWas Du bekommstSinnvoll für
Unter 250 € pro MonatTools, Standard-Pakete, kaum StrategiePraktisch niemand
500-1.500 € pro Monat8-15 Stunden Arbeit, Content und Technik, echtes ReportingKMU mit lokaler Sichtbarkeit
800-3.000 € einmalig (Audit)Bestandsaufnahme plus RoadmapVor Start einer Betreuung
Ab 3.000 € pro MonatEigene Teams, internationale SkalierungE-Commerce, harte Branchen

Was den Preis treibt

Fünf Faktoren entscheiden, wo Du auf der Skala landest.

  • Wettbewerb in Deiner Branche. Eine Anwaltskanzlei in Köln konkurriert mit hunderten anderen, ein Hufschmied im ländlichen Raum hat zwei direkte Konkurrenten. Das schlägt sich im Aufwand nieder.
  • Geografische Reichweite. Lokale Sichtbarkeit ist günstiger als bundesweite. Was hinter lokal steht, erklärt unser Glossar zu Local SEO.
  • Zustand Deiner aktuellen Website. Eine saubere Seite braucht andere Arbeit als eine Baustelle aus 2019. Wenn die Substanz fehlt, geht das erste Geld in den Webdesign-Umbau, nicht in SEO.
  • Content-Bedarf. Zehn ordentliche Texte sind schneller optimiert als hundert verwahrloste Unterseiten.
  • Tiefe des Reportings. 30 Minuten Telefon plus Dokument pro Monat kostet anders als automatisch zugesandte Tabellen.

Woran Du Abzocke erkennst

Sieben Punkte tauchen in fragwürdigen Angeboten immer wieder auf. Drei davon, und das Angebot ist nichts für Dich.

1. Garantierte Top-10-Rankings. Kein seriöser Anbieter verspricht Rankings. Google selbst tut es nicht.

2. 12 Monate Mindestlaufzeit ohne Ausstieg. Vertrauen entsteht durch Ergebnisse, nicht durch Verträge. Seriöse Anbieter sind monatlich oder quartalsweise kündbar.

3. Keine Keyword-Liste vor Start. Wer Dir nicht zeigen kann, an welchen Suchanfragen er arbeiten wird, weiß nicht, was er tut.

4. Reporting ohne Interpretation. Fünfzig Keywords mit Positionen ist keine Auswertung. Reporting heißt: was lief, was nicht, warum, was kommt als Nächstes.

5. Backlink-Pakete als Haupt-Hebel. „Hundert Backlinks im Monat" ist die Methode der frühen 2010er. Heute bringt das Abstrafungen statt Rankings.

6. Keine echten Referenzen. Wenn der Anbieter Dir keine Kunden nennen darf, mit denen Du sprechen kannst, gibt es nichts vorzuzeigen.

7. Druck am Telefon. „Das Angebot gilt nur heute" oder „Nur noch zwei Plätze frei" ist Verkauf, nicht Beratung.

Ein faires Angebot beginnt mit einer ehrlichen Bestandsaufnahme. Es enthält ein konkretes Keyword-Set für die ersten drei bis sechs Monate. Das Reporting interpretiert die Zahlen, statt sie nur zu listen. Kündigung monatlich oder quartalsweise. Referenzen kannst Du tatsächlich anrufen. Und auf die Frage „Was passiert, wenn nach sechs Monaten nichts ankommt?" kommt eine Antwort, keine Floskel. Wie das in unserer Arbeit aussieht, beschreiben wir unter SEO.

Junge Unternehmer in Schürzen am Tablet - SEO-Kosten für kleine Unternehmen

Was Du jetzt tun kannst

Vier Schritte, die Dir Klarheit über jedes Angebot bringen.

  • 30 Minuten: Hol das letzte SEO-Angebot raus und geh die sieben Warnsignale durch. Drei Treffer, und die Antwort ist klar.
  • Diese Woche: Mach drei kostenlose Tests. Google PageSpeed Insights für die Ladezeit. Mobile-Friendly-Test für die Smartphone-Tauglichkeit. Sistrix-Sichtbarkeitsabfrage für Deine Marktposition.
  • Vor dem nächsten Beratungstermin: Schreib fünf bis zehn Begriffe auf, unter denen Deine Kunden Dich finden sollen. Das ist Dein Wunsch-Keyword-Set. Jedes Angebot lässt sich dagegen halten.
  • Nächste zwei Wochen: Sprich mit zwei oder drei anderen Unternehmern aus Deinem Netzwerk (BNI, Stammtisch, Branchenverband) über deren SEO-Erfahrungen. Echte Empfehlungen sind mehr wert als jede Referenzliste.

Auf den Punkt gebracht

SEO unter 250 Euro pro Monat ist meist Tool-Geklimpere und schadet mehr, als es nützt. Zwischen 500 und 1.500 Euro liegt die realistische Klasse für kleine und mittlere Betriebe. Audit dazu: 800 bis 3.000 Euro einmalig. Über 3.000 Euro brauchst Du nur in Spezialfällen. Wer Garantien, Mindestlaufzeiten und Backlink-Pakete verkauft, verkauft die Methoden von gestern. Wer ein konkretes Keyword-Set, interpretierendes Reporting und faire Kündigungsfristen anbietet, ist Dein Gesprächspartner.

Häufige Fragen

Selten. Bei 80 bis 100 Euro Stundensatz reicht das Budget für eine Stunde Arbeit pro Monat. Das genügt nicht. Realistisch bekommst Du automatisierte Tool-Ergebnisse oder Backlinks aus Linknetzwerken, die Deiner Seite schaden. Wer ein Budget unter 250 Euro hat, fährt mit ein bis zwei Stunden Eigenarbeit am Google-Profil oft besser.

Erste Effekte: drei bis sechs Monate. Eine ernsthafte Wirtschaftlichkeitsbewertung: neun bis zwölf Monate. Wer schneller Rendite braucht, kombiniert mit Google Ads. Die Anzeigen liefern sofort, SEO baut die Substanz im Hintergrund.

Audit zuerst. Eine einmalige Bestandsaufnahme inklusive Roadmap kostet 800 bis 3.000 Euro. Erst danach entscheidest Du auf Basis der Ergebnisse, ob laufende Betreuung (ab 500 Euro pro Monat) der nächste Schritt ist oder ob ein paar einmalige Umsetzungen reichen.

Nein. Seriöse Anbieter sind monatlich oder quartalsweise kündbar. 12 Monate Mindestlaufzeit ohne Ausstieg ist ein Warnsignal. SEO braucht Zeit, das stimmt. Aber das ist kein Grund, Dich vertraglich anzuketten.

Hängt an zwei Punkten. Erstens: Suchen Deine Kunden bei Google nach dem, was Du anbietest? Bei einem Maler oder einer Steuerberatung lautet die Antwort fast immer ja, bei einem reinen Empfehlungsgeschäft im Industrie-Großauftrag eher nein. Zweitens: Kannst Du neun bis zwölf Monate vorinvestieren, ohne dass das Budget woanders wehtut? Sind beide Antworten ja, lohnt sich SEO. Wenn nicht, sind Google Ads oder andere schnellere Hebel die bessere erste Wahl. Mehr dazu in unserem Ratgeber zu der Frage, was eine Website kostet, die wirklich Kunden bringt.

Wenn Du wissen willst, wie das bei Dir konkret aussieht, ruf an oder schreib uns. Wir begleiten Betriebe unter anderem in Kamp-Lintfort, Moers, Krefeld, Duisburg, Düsseldorf und Mönchengladbach. Für eine erste Einschätzung reichen 30 Minuten.