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Webseite und Anfragen

Was kostet eine Website, die Kunden bringt?

Von Thomas Bach ·9-11 Minuten Lesezeit
Webseite auf einem Monitor - was kostet eine Website, die Kunden bringt

Drei Angebote landen auf Deinem Tisch: 499 Euro, 2.500 Euro, 12.000 Euro. Alle drei nennen sich „professionelle Firmenwebsite". Wie können drei so unterschiedliche Preise dasselbe meinen? Tun sie nicht. Die billige wird oft die teuerste, weil sie nicht liefert, wofür Du sie kaufst. Was Deine Website kosten muss, hängt nicht an Klicks und Bildern, sondern daran, was sie für Dein Geschäft leisten soll.

Was eine Website realistisch kostet

Der Markt bewegt sich grob in vier Klassen. Die billigste landet unter 500 Euro, die teuerste über 25.000. Dazwischen liegt das Feld, in dem die meisten KMU-Projekte zu Hause sind. Welche Klasse passt, hängt nicht am Preis, sondern an der Frage, was die Seite leisten muss.

Unter 500 Euro: Baukasten und Visitenkarte

Wix, Jimdo, IONOS-Baukasten und Co. Du baust selbst per Drag-and-Drop, das Hosting ist eingeschlossen, das Design kommt aus einer Vorlagen-Bibliothek. Für eine reine Visitenkarte (eine Seite, Adresse, Telefonnummer, Kontaktformular) reicht das. Für einen Betrieb, der über die Website Anfragen produzieren soll, fast nie.

Die versteckten Kosten kommen später. Wenn Du wechseln willst, wird die Migration aufwendig. Inhalte und Bilder lassen sich oft nicht sauber exportieren. Was null Euro Aufbau gekostet hat, kostet 2.000 Euro Umzug.

2.500 bis 8.000 Euro: solide KMU-Website

Das ist der Standardfall für Handwerker, Dienstleister, Ärzte und Kanzleien. Was Du bekommst: WordPress oder vergleichbares System, 5 bis 15 echte Unterseiten, mobiloptimiert, SEO-Grundlagen, eigenes Design statt Template-Standard. Üblicherweise inklusive: kurze Schulung, sechs Monate Bug-Garantie, Hosting-Empfehlung.

In dieser Klasse bekommst Du, was nötig ist, damit über die Website wirklich Anfragen kommen. Was eine gute Firmen-Website 2026 können muss, klären wir in einem eigenen Ratgeber.

8.000 bis 25.000 Euro: anspruchsvolle KMU-Website

20 bis 50 Seiten, Branchen- und Regionen-Landingpages, Schema-Integration, durchdachte Strategie und SEO-Vorarbeit. Diese Klasse lohnt sich, wenn Du mehrere Standorte hast, in mehreren Branchen aktiv bist, oder über die Seite auch Bewerbungen und Newsletter-Anmeldungen steuerst.

Hier zahlst Du nicht nur Design und Code, sondern die Konzeption davor. Wer wird wo gefunden, welche Seite spielt welche Rolle, wie hängt das System zusammen.

Ab 25.000 Euro: Konzern- und B2B-Plattformen

Schnittstellen zu CRM, ERP oder Shop. Mehrsprachigkeit. Eigene Designsysteme statt Stylebook. Custom-Plugins. Das ist kein KMU-Territorium mehr, sondern Mittelstand-plus und Konzern. Für den klassischen Mittelständler mit zehn bis hundert Mitarbeitern ist das selten der richtige Einstieg.

Was den Preis treibt

Wo Du in den Klassen landest, hängt von fünf Faktoren ab. Sie entscheiden über den Unterschied zwischen 3.500 und 7.000 Euro.

FaktorWas das treibtÜbliche Spanne
Anzahl und Tiefe der Unterseiten1-3 Stunden Design plus 2-5 Stunden Text pro SeiteSkaliert mit Seitenzahl
Texte (Profi oder selbst)Profi-Texte 250-500 Euro pro Seite0 bis 5.000 Euro
Eigene Fotos und FilmeFotograf halbtags 800-2.500 Euro, Imagefilm 2.000-8.000 EuroStock bis Imagefilm 8.000+
Technische SonderwünscheSchnittstellen, Login, Konfigurator, Mehrsprachigkeit1.500-10.000 Euro Aufschlag
Laufende Pflege und HostingBasis 50-200 Euro/Monat, mit SEO 300-800 Euro/MonatMonatlich, nicht im Bau-Preis

Wer fünf Seiten mit Stockfotos und eigenen Texten will, landet in der unteren Hälfte der KMU-Klasse. Wer fünfzehn Seiten plus Branchen-Landingpages plus Fotograf plus monatliches SEO bucht, landet schnell am oberen Rand der nächsten Klasse. Was monatlich an Hosting und Pflege dazukommt, ist die zweite Hälfte der Rechnung, die viele Anbieter erst auf Nachfrage offenlegen.

Justitia-Statue mit Waage auf einem Schreibtisch

Warum die billige Website teurer wird

Eine Website unter 500 Euro klingt nach Schnäppchen. Sie wird zur teureren Variante, sobald Du sie am Geschäft misst statt am Anschaffungspreis. Vier Gründe.

Erstens: Sie rankt nicht. Baukasten-Websites haben strukturelle Schwächen bei Page-Speed (siehe Core Web Vitals), Schema-Daten und URL-Struktur. Was bei Google nicht auftaucht, bringt Dir keine Anfragen.

Zweitens: Die Konversionsrate ist niedrig. Eine professionell konzipierte Website holt aus 100 Besuchern 4 bis 8 Anfragen. Eine Baukasten-Visitenkarte schafft 1 bis 2. Klingt nach kleinem Unterschied, ist das Drei- bis Vierfache an Aufträgen.

Drittens: Sie veraltet schnell. Templates ohne Anpassung sehen nach zwei Jahren aus wie tausend andere. Die Glaubwürdigkeit fällt mit, ohne dass Du etwas falsch gemacht hättest.

Viertens: Zeitverlust. Wenn Du nach achtzehn Monaten merkst, dass es nicht trägt, hast Du achtzehn Monate ohne ordentliche Website hinter Dir. Das sind nicht null Euro Schaden, sondern anderthalb Jahre nicht abgeschlossene Anfragen.

Fünf Punkte müssen im Angebot stehen, sonst wird die Website bei 500 Euro genauso teuer wie bei 5.000: ein klares Briefing vor dem ersten Pixel, persönliche Beratung statt Online-Formular, eine schriftlich festgelegte Zahl Korrekturschleifen, faire Pflege-Konditionen mit kurzer Kündigungsfrist, eine klare Antwort darauf, wer Hosting und Domain verantwortet.

Was Du jetzt tun kannst

Fünf Schritte vor der nächsten Webdesign-Entscheidung.

  • 30 Minuten: Schreib auf, was die Website leisten soll. „Schicker aussehen" reicht nicht. „Fünf Anfragen pro Woche über das Kontaktformular" ist eine Zielgröße. Ohne diese Antwort ist jeder Angebotsvergleich Zufall.
  • Diese Woche: Geh auf drei Websites von Mitbewerbern, die Du überzeugend findest. Notiere, was sie haben, was Deiner fehlt: Bilder, Struktur, Seitenanzahl, Funktionen.
  • Vor dem ersten Angebot: Hol bei mindestens zwei Anbietern Angebote ein. Vergleiche nicht die Endpreise, sondern die Leistungs-Auflistung. Was ist enthalten, was kostet extra, was läuft monatlich. Beispiele guter Arbeit findest Du in unseren Referenzen.
  • Vor der Unterschrift: Zwei Fragen schriftlich stellen. Erstens: Wie viele Korrekturschleifen sind drin? Zweitens: Wer übernimmt nach dem Launch die Pflege, und was kostet sie? Keine konkrete Antwort im Angebot heißt: nachfragen.
  • Vor dem Launch: Lass Dir die Seite auf einem Test-System zeigen, bevor sie live geht. Ein guter Anbieter macht das von selbst.

Auf den Punkt gebracht

Eine Firmenwebsite, die Anfragen produziert, liegt bei einem KMU zwischen 2.500 und 8.000 Euro. Wer darunter geht, kauft eine Visitenkarte, die nicht trägt. Wer darüber geht, hat Branchen- oder Regionen-Strukturen, die das rechtfertigen. Was den Preis treibt: Seitenanzahl, Texte, eigene Fotos, technische Sonderwünsche, laufende Pflege. Wer auf die Frage „Wie viele Korrekturen sind drin und wer kümmert sich nach dem Launch?" keine konkrete Antwort gibt, ist nicht Dein Anbieter.

Häufige Fragen

In NRW gibt es das Bundesprogramm „go-digital", das digitale Maßnahmen mit bis zu 50 Prozent fördert. Voraussetzung: ein akkreditierter Berater. Daneben gibt es gelegentlich Landesförderungen, je nach Branche und Größe. Der Aufwand lohnt sich meist ab einem Projektvolumen von etwa 5.000 Euro. Darunter frisst die Antragsbürokratie den Vorteil auf.

Bei guter Pflege fünf bis sieben Jahre. Bei null Pflege zwei bis drei. Das Pflege-Konzept entscheidet mehr als die Bau-Qualität. Wer regelmäßig aktualisiert, Inhalte ergänzt, Plugins updatet, hat eine Seite, die trägt. Wer sie nach dem Launch nicht mehr anfasst, hat in drei Jahren wieder eine veraltete Seite, egal was sie gekostet hat.

Klar abgegrenzte Projekte wie der eigentliche Website-Bau laufen besser über Festpreis. Beide Seiten wissen, was geliefert wird. Laufende Pflege oder offene Beratungs-Mandate funktionieren über Stundensatz oft fairer, weil sich die Aufgaben nicht vollständig vorhersehen lassen. In beiden Fällen schriftlich festgelegt gehört, was den Umfang definiert.

Bei einem einmaligen Projekt: Festpreis ohne Mindestlaufzeit ist die Regel. Bei laufender Pflege oder SEO: ein bis drei Monate Kündigungsfrist sind Standard. Eine lange Mindestlaufzeit ohne Ausstieg ist ein Warnsignal, weil sie den Anbieter vom Druck befreit, regelmäßig Wert zu liefern.

Für eine reine Visitenkartenseite ohne SEO-Ambitionen geht ein Baukasten in Ordnung. Sobald Suchmaschinen-Sichtbarkeit, lokale Verortung und eine anfrageorientierte Struktur eine Rolle spielen, ist WordPress die solidere Wahl. Du behältst die Hoheit über Deine Daten und kannst später jeden Webdesigner damit weiterarbeiten lassen, ohne wechseln zu müssen.

Wenn Du wissen willst, was Deine Website kosten würde, ruf an oder schreib uns. Wir bauen Websites für Betriebe unter anderem in Kamp-Lintfort, Moers, Krefeld, Duisburg, Düsseldorf und Mönchengladbach. Für eine erste Einschätzung mit grobem Preis-Rahmen reichen 30 Minuten. Wie wir kalkulieren und welche Pflege-Optionen wir anbieten, klären wir im Erstgespräch oder unter Webdesign.